Der Norden unterstützt KMUs bei technologischem Fortschritt

Das niedersächsische Wirtschaftsministerium unterstützt gemeinsam mit den Landesministerien der Nordländer Bremen, Schleswig-Holstein und Hamburg die Fortführung des Regionalen Zukunftszentrums Nord (RZZ Nord). Auf dieser Basis hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) den Trägerverbund des Zukunftszentrums nach einer erfolgreichen Interessenbekundung nunmehr zur Antragstellung aufgefordert, damit das RZZ Nord seine erfolgreiche Arbeit auch in 2023 fortsetzen kann.

Mit dem neu aufgelegten Programm „Zukunftszentren“ fördert das BMAS kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und deren Beschäftigte sowie (Solo-)Selbstständige bei der Bewältigung der digitalen Transformation. Über die gesamte Projektlaufzeit bis Ende 2026 steht ein Förderbetrag von mehr als 125 Millionen Euro für alle deutschen Bundesländer aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus und Bundesmitteln bereit. Das Zukunftszentrum der Nordländer erhält nach jetzigem Stand insgesamt bis zu 90 Prozent der kalkulierten Gesamtkosten von rund 20 Millionen Euro.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Althusmann: „Angesichts der zahlreichen technologischen Veränderungsprozesse ist es immens wichtig, Beschäftigte – vor allem in kleinen und mittelständischen Unternehmen – in diesem Wandel mit innovativen Qualifizierungskonzepten zu unterstützen. Im Rahmen einer Begleitung von Unternehmen und Beschäftigten, wie sie das RZZ Nord bietet, können mögliche Hemmnisse und auch Ängste abgebaut werden. Wenn die Beschäftigten im Mittelpunkt stehen und die Chancen des Wandels für sich erkennen, wird auch das Unternehmen davon profitieren.“ Althusmann appelliert an die niedersächsischen Unternehmen, die Angebote des Regionalen Zukunftszentrums Nord in Anspruch zu nehmen.

„Corona, digitale Umbrüche, Energiekrise, ökologische Wende – Unternehmen und Beschäftigte sehen sich einer multiplen Aufgabenstellung ausgesetzt. Wer da durchkommen und auch Chancen darin realisieren will, der muss dafür Sorge tragen, dass technologischer Fortschritt und menschliches Können Hand in Hand gehen. Dafür haben die Sozialpartner einen Vorschlag gemacht und wir sind froh, dass die Ministerien in Berlin und den Ländern diesem gefolgt sind“, so Tobias Lohmann, Hauptgeschäftsführer des Konsortialführers Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft gGmbH.

„Ein Fokus des neuen regionalen Zukunftszentrums im Norden soll ab 2023 auf innovativen Qualifizierungskonzepten und passgenauen Lösungen liegen, um Unternehmen und Beschäftigten zu helfen, mit digitalen Prozessen erfolgreich zu sein und so langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben“, berichtet Gesamtprojektleiter Martin Kater. Mit dem neuen Zukunftszentrum im Norden will der Zusammenschluss von Experten den in den Regionen etablierten fachlichen Austausch mit den KMU festigen und die Expertise in Begleitung von KMU in Lern-, Entwicklungs- und Veränderungsprozessen, Digitalisierung sowie unternehmensrelevanter KI-Technologie bündeln.

Ein weiteres Modul neben Wissensentwicklung und -transfer ist die Vernetzung der regionalen Akteure. Die bundeslandübergreifende Aufstellung mit 14 Konsortialpartnern in den vier norddeutschen Bundesländern Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein erhöht dabei die Wirksamkeit durch Vervielfachung des Kompetenz- und Wissenspools. Zusammen mit dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft gGmbH sind in Niedersachsen die Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Niedersachsen e.V. und das OFFIS e.V. – Institut für Informatik verantwortlich für das Programm.

„Wir haben im RZZ Nord viele positive Erfahrungswerte in den zentralen Bereichen Beratung, Qualifizierung und Vernetzung gesammelt und Ansätze entwickelt, die wir als Erfolgsfaktoren auf das neue Zukunftszentrum übertragen und weiterentwickeln wollen“, so Kater, der als gutes Beispiel für ein relevantes Thema in Niedersachsen den Ansatz des Low Coding nennt. Mit dieser stark vereinfachten Form des Programmierens erstellen Mitarbeitende auch ohne tiefergehende Programmierkenntnisse Softwareanwendungen und Applikationen. In einem Qualifizierungsworkshop können sich die Teilnehmenden dieser Methode spielerisch mit LEGO MINDSTORM nähern und auf praktische Anwendungen im Unternehmenskontext übertragen.

Hintergrund:

Das neue Programm „Zukunftszentren – Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen und Beschäftigten bei der (Weiter-)Entwicklung und Umsetzung innovativer Gestaltungsansätze zur Bewältigung der digitalen Transformation“ schließt an die laufenden Programme der „Zukunftszentren“ an und soll dazu beitragen, Strukturen in den Regionen nachhaltig zu etablieren. Qualifizierung im Betrieb soll neu gedacht und erprobt werden, um die Selbstlern- und Gestaltungskompetenz zu fördern und die Betriebe und ihre Beschäftigten fit für den Wandel zu machen. Der Fokus liegt auf konkreten Beratungsangeboten, (Weiter-)Entwicklung, modernen betrieblichen Qualifizierungskonzepten sowie der Ermittlung und Verbreitung von „Good-Practice“-Beispielen. Die Arbeitswelt befindet sich in einem stetigen Veränderungs- und Wandlungsprozess, so muss auch betriebliche Bildung im Sinne einer neuen Lernkultur zeit- und ortsunabhängig, flexibler und auch zeitsparender bzw. effizienter werden.

Das Konsortium besteht aus Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft gGmbH als Konsortialführer, dem Bildungszentrum der Wirtschaft im Unterwesergebiet e.V., dem Bildungswerk der Wirtschaft für Hamburg und Schleswig-Holstein e.V., der Akademie für Technik GmbH, der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben Niedersachsen e.V., der Bildungsvereinigung Arbeit und Leben (DGB/VHS) e.V. Bremen, Arbeit und Leben DGB/VHS Hamburg e.V., Arbeit und Leben Schleswig-Holstein e.V., OFFIS e.V. – Institut für Informatik, dem Transferzentrum für Künstliche Intelligenz BREMEN.AI, dem Artificial Intelligence Center Hamburg (ARIC) e.V., dem Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH, der Demografieagentur für die Wirtschaft GmbH und dem Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung an der Leibniz Universität Hannover.

Quelle: Pressemitteilung Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, 16.09.2022

 

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