DGLR und AAE präsentieren gemeinsames Positionspapier zu einer grüneren Luftfahrt

Die Verkehrsluftfahrt steht aktuell vor zwei großen Herausforderungen: Neben der Coronakrise und ihren enormen wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Luftfahrtindustrie und die Fluggesellschaften soll der Luftverkehr angesichts des fortschreitenden Klimawandels so schnell wie möglich umweltfreundlicher werden. In ihrem ersten gemeinsamen Positionspapier geben die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DGLR) und die französische l‘Académie de l’Air et de l’Espace (AAE) Empfehlungen, wie die Luftfahrtbranche diese Herausforderungen bewältigen kann. Das Dokument steht Ihnen hier zur Verfügung.

Die Corona-Pandemie hat die Luftfahrt in eine tiefe Krise gestürzt und wird sie noch lange beschäftigen. Gleichzeitig gerät der Klimawandel wieder stärker in den Fokus. Die Verkehrsluftfahrt weist dabei den größten Anteil an den Emissionen der Luftfahrt auf. In ihrem gemeinsamen Positionspapier „Schaffung der Voraussetzungen für eine ‚grüne Luftfahrt‘ bei Erhalt des Know-How in Europa zur Entwicklung großer Verkehrsflugzeuge“ machen DGLR und AAE deutlich, dass dauerhaft enorme Anstrengungen notwendig sind, um den Klimawandel und seine Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft möglichst gering zu halten. Der Luftfahrtbereich ist demnach gefordert, jetzt entscheidende Schritte zu unternehmen, um in den kommenden Jahrzehnten einen sehr viel „grüneren“ Flugbetrieb zu erreichen. Das Positionspapier zeigt jedoch, dass dieses Ziel mit der herkömmlichen Methode der schrittweisen Verbesserungen durch die Anwendung teilweise neuer Technologien in bereits vorhandenen Produkten nicht erreicht werden wird.

Vielmehr braucht es einen grundlegenden technologischen Wandel mit einer möglicherweise vollständig neuen Flugzeugkonfiguration. Unter Beachtung höchster Sicherheitsanforderungen müssen disruptive technologische Lösungen zur Reife gebracht und ganzheitlich validiert werden, was nur mittels eines integrierten fliegenden Technologie-Demonstrators möglich ist, der dem zukünftigen Serienflugzeug möglichst ähnlich ist. Dies ist ein vollständig neuer Ansatz für die Verkehrsflugzeugindustrie, sowohl in Europa, als auch in den USA. Auf diese Weise könnte Europa rasch den Weg für eine umweltfreundlichere Luftfahrt bereiten, während es gleichzeitig sein Know-How in der Flugzeugentwicklung bewahrt und seine weltweite Führungsrolle behauptet.

Wenn Sie Fragen zu dem Positionspapier haben, stehen Ihnen DGLR-Präsident Prof. Rolf Henke und Prof. Dr. Jürgen Klenner, Mitglied des DGLR-Senats, für Interviews zur Verfügung. Bitte schreiben Sie dazu eine E-Mail an caroline.latz@dglr.de.