Hoch in der Luft - DLR entwickelt unbemanntes Stratosphärenflugzeug

  • 17 Institute des DLR entwickeln ein unbemanntes und solarbetriebendes Stratosphärenflugzeug.
  • Das Fluggerät HAP alpha wiegt 138 Kilogramm, hat eine Nutzlast von fünf Kilogramm, eine Spannweite von 27 Metern und soll auf 20 Kilometer Flughöhe aufsteigen.
  • Der Erstflug ist für Ende 2022 geplant.
  • Schwerpunkte: Luftfahrt, Raumfahrt, Digitalisierung, Sicherheit

Erdbeobachtung und globale Kommunikation – zwei Begriffe, die einen sofort an Satelliten denken lassen. Bau und Positionierung sind teuer und am Ende kann Weltraumschrott zurückbleiben. Aber auch Flugzeuge oder Hubschrauber sind für diese Aufgabe nicht ideal. Ihr Einsatz ist zeitlich und örtlich begrenzt und stark wetterabhängig. Ein Team des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) erforscht und entwickelt ein unbemanntes und solarbetriebenes Stratosphärenflugzeug für zukünftige wissenschaftliche Experimente, das die Vorzüge von Raumfahrt und Luftfahrt vereint.

HAP alpha – so nennen die DLR-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den von ihnen entwickelten Technologieträger. "HAP steht für 'High Altitude Platform'", erklärt Florian Nikodem vom DLR-Institut für Flugsystemtechnik. "Es handelt sich dabei um meist solarbetriebene Plattformen, die dauerhaft in der unteren Stratosphäre auf einer Höhe von etwa 20 Kilometern stationiert werden." Damit fliegen sie weit über dem zivilen Luftverkehr und dem Wettergeschehen. Sie können an beliebigen Orten positioniert und, je nach Ausstattung, für unterschiedlichste Missionen eingesetzt werden, ausreichend Sonnenenergie vorausgesetzt. Außerdem sind sie, in der unteren Stratosphäre erstmal angekommen, unabhängig vom Wettergeschehen und ohne Mannschaft an Bord auch unabhängig von Einsatzdauern. Das haben sie klassischen Luftfahrtzeugen voraus.

HAP alpha soll mit fünf Kilogramm Nutzlast auf 20 Kilometer Flughöhe aufsteigen, dort allerdings noch nicht für längere Zeit stationiert werden können. Die Plattform ist robust und modular aufgebaut, so dass sie leicht angepasst und modifiziert werden kann. Ihre Spannweite von 27 Metern entspricht bereits der einer dauerflugfähigen Variante. Das Gesamtgewicht der Struktur beträgt 36 Kilogramm, das des vollständigen Flugzeugs 138 Kilogramm. "Das für die Größe geringe Gewicht erreichen wir durch extremen Leichtbau mit kohlefaserverstärkten Kunststoffen", erklärt Nikodem. "Hauptholm, Rumpf und Leitwerksholme bestehen aus gewickelten CFK-Rundrohren. Diese sind sehr leicht und trotzdem stabil."

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Quelle: Pressemitteilung, 21. April 2021, DLR Braunschweig

 

 

Kontakt

Jasmin Begli
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

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