Wissenschaftsminister zu Besuch am Forschungsflughafen

Wissenschaftsminister zu Besuch am ForschungsflughafenAm 13. April besuchte Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, das Mobilitätscluster Forschungsflughafen in Braunschweig. Dazu war er zu Gast an der Technischen Universität Braunschweig und im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Schwerpunkt in den Gesprächen war die Luftfahrt mit aktuellen Strategien und Projekten.

Vor Ort waren unter anderem Professorin Angela Ittel, Präsidentin der TU Braunschweig, Professorin Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR, und Dr. Thorsten Kornblum, Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig. Im Mittelpunkt des Treffens standen aktuelle Forschungsthemen und Projekte sowie der Technologietransfer.

„Kein anderes Fortbewegungsmittel verbraucht mehr Energie als das Fliegen. Um einen klimaneutralen und nachhaltigen Luftverkehr bis 2050 zu ermöglichen, ist eine Energiewende in der Luftfahrt notwendig. Wichtige Erkenntnisse und Impulse für die Entwicklung umweltfreundlicher Flugzeuge, effizienter Antriebstechnologien und innovativer Assistenzsysteme kommen aus dem Forschungsflughafen Braunschweig“, so Wissenschaftsminister Falko Mohrs. „Mit dem Forschungsflughafen und den hier kooperierenden Forschungseinrichtungen und Unternehmen hat sich die Region zu einem Spitzenstandort der Mobilitätsforschung entwickelt – mit der TU Braunschweig als wichtige Säule.“

„Der Forschungsflughafen in Braunschweig ist ein einmaliger Forschungshub in Deutschland. Hier kommt die TU Braunschweig mit Forschungseinrichtungen, Bundesbehörden und ein Netzwerk von über 40 Unternehmen rund um Themen wie autonomes Fahren, Batterieforschung und nachhaltiges Fliegen zusammen. Hier haben wir die Infrastruktur für die exzellente Forschung, aber auch um unsere Forschungsergebnisse direkt in die Praxis umzusetzen und zu testen. Der Forschungsflughafen trägt unmittelbar zu großen Transformationenprozessen und der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft bei“, sagt Angela Ittel.

Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum ergänzt: „Wir als Stadt begrüßen und unterstützen die enorme Entwicklung am Forschungsflughafen. Das ist ein klares Signal, dass wir uns als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Braunschweig, vor allem mit dem Fokus auf Mobilität und dem Zukunftsthema Energiewende, optimal positionieren.“

An den Instituten für Flugantriebe und Strömungsmaschinen (IFAS) und Strömungsmechanik (ISM) konnte sich Minister Mohrs ein Bild von der Luftfahrtforschung an der TU Braunschweig machen. Professor Jens Friedrichs (IFAS) öffnete die Türen zu verschiedenen Laboren und Testständen.

Professorin Astrid Lampert stellte das Niedersächsische Forschungszentrum Luftfahrt (NFL) vor, das die luft- und raumfahrttechnischen Institute der TU Braunschweig, des DLR und der Leibniz Universität Hannover unter einem Dach vereint. Was die Wissenschaftler*innen antreibt, ist die Nachhaltigkeit des Fliegens der Zukunft. Die Herausforderungen sind dabei die Energieversorgung, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit. Dazu entwickeln sie gemeinsam Schlüsseltechnologien und vermitteln Fakten zum Diskurs in der Luft- und Raumfahrt.

Eine Attraktion war der europaweit einzigartige sogenannte Propulsor-Prüfstand. Dieser dient der Erforschung von zukünftigen Flugantriebskomponenten. Professor Jens Friedrichs und sein Team untersuchen hier, wie Triebwerke und Propeller künftig gestaltet werden müssen, um Verbrauch und Emissionen in der Luftfahrt zu reduzieren.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt auch „Sustainable and Energy Efficient Aviation“ (SE²A). Der Exzellenzcluster der TU Braunschweig beschäftigt sich mit der Herausforderung, den zukünftigen Luftverkehr effizient zu gestalten und gleichzeitig den konkurrierenden Anforderungen an kontinuierliches Wachstum und ökologische Nachhaltigkeit gerecht zu werden. An SE²A sind neben der TU Braunschweig, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, die Leibniz Universität Hannover (LUH), die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und die Physikalisch-Technische Bundesanstalt beteiligt.

Der Exzellenzcluster ist Teil des Forschungsschwerpunktes „Mobilität“ der TU Braunschweig, an dem innovative Lösungen für drängende Fragen in Mobilität und Verkehr entwickelt werden. Neben dem NFL ist hier das ebenfalls am Forschungsflughafen angesiedelte Niedersächsische Forschungszentrum für Fahrzeugtechnik (NFF) eingebunden, das sich dem bodengebundenen Verkehr von der Schiene bis hin zur individuellen Mobilität z.B. per Auto oder Fahrrad widmet. Zusammen bilden die beiden Zentren die Grundlage für einen der umfassendsten Schwerpunkte für Mobilitätsforschung an einer deutschen Universität.

„Unser Ziel ist es, Synergieeffekte zu nutzen und damit alles, was auf der Straße fährt und was durch die Luft fliegt, besser und nachhaltiger gestalten zu können,“ führt Professor Friedrichs aus, der als Sprecher den Forschungsschwerpunkt Mobilität leitet.

Der Standort Mobilitätscluster Forschungsflughafen in Braunschweig ist mit rund 3.700 Mitarbeiter*innen ein Ort mit einer hohen Forschungsdichte und mit aktiv gelebtem Technologietransfer. Hier erfolgen Forschung und Entwicklung zu aktuellen globalen Themen, etwa zur Energiewende (inkl. Wasserstoff), Mobilitätswende mit dem Schwerpunkt „autonomes Fahren“, aber auch zur Antriebswende (emissionsfreie Mobilität).

Quelle: Magazin TU Braunschweig, 13.04.2023

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Prof. Dr.-Ing. Jens Friedrichs
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